Pablo Picasso (Málaga 1881 - Mougins 1973)
Tableau de famille
1964
Bleistift, Tusche und Tuschtechnik über Linolschnitt auf Papier
62 x 75 cm
Zervos, WVZ Nr. 211
Picasso lässt sich für diesese Werk von Ludovic Halévys Erzählung `Monsieur et Madame Cardinal` inspirieren. In ihr geht es um ein Debakel, um eine arrangierte Hochzeit mit einem reichen Glatzkopf, die das Bürgerstöchterlein durch ihr Scharmützel mit einem jungen Nichtsnutz zunichte macht. Picasso benutzt als Technick den Linolschnitt in zwei Phasen. Vorerst wird eine abweisende weiße Farbe aufgetragen, sodann wird das Blatt von ihm händisch mit schwarzer Tusche nachbearbeitet um dann komplett in Wasser gewaschen zu werden. Da die weiße Farbe wasserabweisend ist, kann die schwarze Tusche nicht überall ins Blatt eindringen und es entsteht graue Flächen über dem druckgraphischen Motiv. Bei vorliegendem Blatt hat Picasso nach der Trocknung des Blattes zudem noch fünf weitere Figuren als Tuschzeichnung hinzugefügt und die Hauptfiguren nochmals überarbeitet.
Provenienz:
Alex Maguy, Paris. - Privatsammlung Schweiz.
Literature:
Ch. Zervos, Pablo Picasso,Catalogue Raisonné, Paris, vol. 24, oeuvres de 1964, n°211, rep. p. 75
Brigitte Baer, Picasso Peintre-Graveur, Catalogue Raisonné de l'oeuvre gravé et des monotypes, 1959-1965, vol 5, Berne,1989, n°1332 (2nd State), this unique example described p. 491 (medium described incorrectly as colored pencil)
The Picasso Project, Picasso's paintings, Watercolors, Drawings and Sculpture. The Sixities II, 1964-1967, San Francisco, 2002, n°64-212, ill.p.63